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Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGePlan)


Der SiGePlan ist für alle Baustellen mit Beschäftigten mehrerer Arbeitgeber zu erstellen, für die
a) eine Vorankündigung gem. BaustellV § 2 zu erstellen ist oder
b) besonders gefährliche Arbeiten gem BaustellV Anhang II durchgeführt werden.
(siehe Aktivitäten gem. BaustellV).

  • Gesetzlicher Mindestinhalt des SiGePlanes

Der Mindestinhalt des SiGePlanes ist grundsätzlich in der BaustellV § 2(3) geregelt:

Der Plan muss die für die betreffende Baustelle anzuwendenden Arbeitsschutz­bestimmungen erkennen lassen und besondere Maßnahmen für besonders gefährliche Arbeiten nach Anhang II BaustellV enthalten. Erforderlichenfalls sind bei Erstellung des Planes betriebliche Tätigkeiten auf dem Gelände zu berück­sichtigen.

Information zu gefährlichen Arbeiten: Diese können sehr oft zutreffend sein. Absturzgefahr verbunden mit extremen Witterungsverhältnissen liegt in der Regel bei allen Winter­baustellen vor. Gefahr des Verschüttetwerdens erhöht durch Arbeiten im Verkehrsbereich kommt z.B. bei jedem Kanalanschluß (der ja vom Baumeister gemacht wird) vor.

Da der Mindestinhalt des SiGePlanes in der Baustellenverordnung nur sehr knapp beschrieben wird, ist dieser in der RAB 31 genauer festgelegt.

  • Aspekte und Hinweise zur SiGePlan Erstellung aus der Praxis

Der Mindestinhalt gemäß der BaustellV und der RAB 31 ist Grundvoraussetzung für einen rechtssicheren SiGePlan. Aus der Praxis haben sich insbesondere durch Rückmeldungen und Informationen von den Behörden und aufgrund der Rechtsprechung folgende wichtige Aspekte bzw. Hinweise für die Erstellung des SiGePlanes herauskristallisiert:

  • Der SiGePlan ist Ausschreibungsbestandteil und Vertragsinhalt für alle Gewerke.
  • Die Übermittlung aller SiGe-Dokumente erfolgt nachweislich an alle Beteiligten (hier kann z.B. auch eine Vereinbarung mit dem Bauherren bzw. der Bauleitung getroffen werden, dass die Übergabe aller SiGe-Dokumente im Zuge jeder Vertragsunterzeichnung erfolgt). Wichtig ist, dass die nachweisliche Übergabe vor Beginn der Arbeiten auf der Baustelle erfolgt – es kann ja bereits am 1. Tag zu einem Unfall kommen.
  • Bei der Maßnahmenplanung im SiGe-Plan ist speziell auf die Gewerke-übergreifenden Maßnahmen zu achten (z.B.: Konsolgerüst bleibt für Dachgewerke bestehen, Installationsschächte werden in der Rohbauphase mit Maßnahmen abgesichert, die auch von alle Haustechnikfirmen verwendet werden können und für die Durchführung der Arbeiten geeignet sind, usw.).
  • Die getroffenen Maßnahmen sollten durch den Koordinator unter Berücksichtigung seiner nicht ständigen Anwesenheit überprüft werden können. Individuelle Maßnahmen sind daher nur 2. Wahl (siehe auch ArbSchG § 4).
  • Kollektive Maßnahmen vor individuellen Maßnahmen (siehe auch ArbSchG § 4).
  • Auf die Konkretisierung der Maßnahmen ist so detailliert wie möglich einzugehen (z.B. “Dachabsicherung” alleine ist zu wenig. Anzugeben ist, welche Maßnahme konkret für welche Gewerke verwendet wird, wann und von wem diese erstmalig montiert wird, wie die Montage erfolgt, falls das nicht klar ist, von wem diese Maßnahme vorgehalten wird, von wem und wann ein Umbau dieser Maßnahme erforderlich ist, usw.)
  • Die Zuständigkeiten und terminliche Situation für alle Maßnahmen sind konkret festzulegen (wer ist dafür beauftragt, zu welchem Termin oder wann im Bauablauf erfolgt die Montage)
  • SiGePlan Muster in Tabellenform als Plan
    Diese praxisbewährte Vorlage ist als Excel-Dokument an alle Bauvor­habensgrößen anpassbar und bietet den Vorteil einer Gesamtübersicht. Erfahrungsgemäß ist bei größeren Bauvorhaben ein Ausdruck in A0 zur besseren Lesbarkeit erforderlich. Das gesamte Tabellenblatt besteht aus einer Schriftart.

    Das Grundkonzept dieses SiGePlanes ist eine Matrixstruktur. Im linken Teil sind die einzelnen Leistungen mit den zugehörigen Gefahren, Sicherheitsmaßnahmen, Regelwerken, Planhinweisen und LV-Positionen aufgelistet, in der Mitte erfolgt die Zuordnung zu den einzelnen Gewerken bzw. Firmen, im rechten Teil erfolgt die terminliche Darstellung.

    Die Zuordnung zu den einzelnen Gewerken erfolgt mithilfe von Symbolen:

    …Dieses Unternehmen/Gewerk ist für die Herstellung bzw. Vorhaltung einer Sicherheitseinrichtung zuständig bzw. beauftragt. Wenn für eine Leistung bzw. Sicherheitsmaßnahme mehrere -Zeichen vorhanden sind, so ist unter LV-Pos. unbedingt zu beschreiben, wer für was zuständig ist (im Sinne der eindeutigen Zuordnung der Zuständigkeiten).

    …Es ist eine gefährliche Überschneidung der Arbeiten bzw. Arbeitsabläufe gegeben.

    …Diese Sicherheitsmaßnahmen stehen auch diesen Gewerken zur Verfügung bzw. können von diesen mitverwendet werden.

    > SigePlan-Muster in Tabellenform (XLS-Format)

    > SiGePlan-Muster in Tabellenform (PDF-Format)

    ZU BEACHTEN: Diese SiGePlan-Vorlage ist beispielhaft mit Begriffen und Gesetzeshinweisen aus Österreich (BauKG, BauV, ASchG) ausgefüllt und somit neben den baustellenspezifischen Gegebenheiten auch an die Gesetzgebung in Deutschland anzupassen!

  • Hilfen zur SiGePlan-Erstellung aus anderen Ländern des EU-Raumes
    Die Gesetzgebung in Deutschland und Österreich ist sehr ähnlich, auch in Liechtenstein gibt es ein BauKg ähnlich dem in Österreich. Unter Beachtung bzw. Anpassung an die länderspezifischen, gesetzlichen Anforderungen steht hier weiteres, ergänzendes Know-how zur Verfügung:

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