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Know-how Datenbank


Diese Know-how-Datenbank stellt Informationen, Praxiswissen und Muster­vor­lagen zur Erfüllung und Umsetzung der Aufgaben gemäß der Baustellen­ver­ordnung (BaustellV) zur Verfügung. Die angebotene Auswahl an Informationen und Dokumente soll Bauherren und Koordinatoren möglichst praxisnahe bei ihren Aufgaben unterstützen, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die kostenlos zur Verfügung gestellten Vorlagen und Dokumente sind eine Hilfestellung und müssen an die Gegebenheiten des Bauvorhabens und an die geltende Gesetzeslage entsprechend angepasst werden. In diesem Zusammen­hang möchten wir auf den Haftungs­ausschluss auf der Impressumseite bzw. gemäß der ABG hinweisen. Zur leichteren Beurteilung der Qualität und Relevanz der Unterlagen finden Sie entsprechende Quellenhinweise.

Informationen zum BauKG (Gesetzgebung in Österreich) finden Sie auf bausicherheit.at.

Know-how und Hilfestellung zur Baustellenverordnung

Aktivitäten gemäß Baustellenverordnung (BaustellV)

Die verpflichtenden Aktivitäten gemäß der Baustellenverordnung (BaustellV) sind abhängig von den Baustellenbedingungen sowie von Art und Umfang der geplanten Bauarbeiten. Die nachfolgende tabellarische Übersicht zeigt auf, in welchem Umfang die BaustellV für ein bestimmtes Bauvorhaben anzuwenden ist.
(Quelle: RAB 31, BaustellV)

> Tabellarische Übersicht der geforderten Aktivitäten gem. BaustellV in Deutschland (PDF)


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Vorankündigung gemäß BaustellV

Die Vorankündigung nach Baustellenverordnung § 2 ist eine Meldung hinsichtlich Art, Umfang und Dauer von Bauarbeiten (Anhang I der BaustellV).

Für Baustellen, die voraussichtlich länger als 30 Arbeitstage dauern und auf denen gleichzeitig mehr als 20 Arbeitnehmer beschäftigt werden oder deren Umfang voraussichtlich 500 Personentage übersteigt, ist spätestens zwei Wochen vor Baubeginn vom Bauherrn die zuständige Behörde eine Voran­kündigung zu übermitteln.

  • Vorankündigung / Meldung an die zuständige Behörde

> Kontaktdaten der zuständigen Behörden

> Musterformular Vorankündigung (Word)

> Musterformular Vorankündigung (PDF)


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Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGePlan)

Der SiGePlan ist für alle Baustellen mit Beschäftigten mehrerer Arbeitgeber zu erstellen, für die
a) eine Vorankündigung gem. BaustellV § 2 zu erstellen ist oder
b) besonders gefährliche Arbeiten gem BaustellV Anhang II durchgeführt werden.
(siehe Aktivitäten gem. BaustellV).

  • Gesetzlicher Mindestinhalt des SiGePlanes

Der Mindestinhalt des SiGePlanes ist grundsätzlich in der BaustellV § 2(3) geregelt:

Der Plan muss die für die betreffende Baustelle anzuwendenden Arbeitsschutz­bestimmungen erkennen lassen und besondere Maßnahmen für besonders gefährliche Arbeiten nach Anhang II BaustellV enthalten. Erforderlichenfalls sind bei Erstellung des Planes betriebliche Tätigkeiten auf dem Gelände zu berück­sichtigen.

Information zu gefährlichen Arbeiten: Diese können sehr oft zutreffend sein. Absturzgefahr verbunden mit extremen Witterungsverhältnissen liegt in der Regel bei allen Winter­baustellen vor. Gefahr des Verschüttetwerdens erhöht durch Arbeiten im Verkehrsbereich kommt z.B. bei jedem Kanalanschluß (der ja vom Baumeister gemacht wird) vor.

Da der Mindestinhalt des SiGePlanes in der Baustellenverordnung nur sehr knapp beschrieben wird, ist dieser in der RAB 31 genauer festgelegt.

  • Aspekte und Hinweise zur SiGePlan Erstellung aus der Praxis

Der Mindestinhalt gemäß der BaustellV und der RAB 31 ist Grundvoraussetzung für einen rechtssicheren SiGePlan. Aus der Praxis haben sich insbesondere durch Rückmeldungen und Informationen von den Behörden und aufgrund der Rechtsprechung folgende wichtige Aspekte bzw. Hinweise für die Erstellung des SiGePlanes herauskristallisiert:

  • Der SiGePlan ist Ausschreibungsbestandteil und Vertragsinhalt für alle Gewerke.
  • Die Übermittlung aller SiGe-Dokumente erfolgt nachweislich an alle Beteiligten (hier kann z.B. auch eine Vereinbarung mit dem Bauherren bzw. der Bauleitung getroffen werden, dass die Übergabe aller SiGe-Dokumente im Zuge jeder Vertragsunterzeichnung erfolgt). Wichtig ist, dass die nachweisliche Übergabe vor Beginn der Arbeiten auf der Baustelle erfolgt – es kann ja bereits am 1. Tag zu einem Unfall kommen.
  • Bei der Maßnahmenplanung im SiGe-Plan ist speziell auf die Gewerke-übergreifenden Maßnahmen zu achten (z.B.: Konsolgerüst bleibt für Dachgewerke bestehen, Installationsschächte werden in der Rohbauphase mit Maßnahmen abgesichert, die auch von alle Haustechnikfirmen verwendet werden können und für die Durchführung der Arbeiten geeignet sind, usw.).
  • Die getroffenen Maßnahmen sollten durch den Koordinator unter Berücksichtigung seiner nicht ständigen Anwesenheit überprüft werden können. Individuelle Maßnahmen sind daher nur 2. Wahl (siehe auch ArbSchG § 4).
  • Kollektive Maßnahmen vor individuellen Maßnahmen (siehe auch ArbSchG § 4).
  • Auf die Konkretisierung der Maßnahmen ist so detailliert wie möglich einzugehen (z.B. “Dachabsicherung” alleine ist zu wenig. Anzugeben ist, welche Maßnahme konkret für welche Gewerke verwendet wird, wann und von wem diese erstmalig montiert wird, wie die Montage erfolgt, falls das nicht klar ist, von wem diese Maßnahme vorgehalten wird, von wem und wann ein Umbau dieser Maßnahme erforderlich ist, usw.)
  • Die Zuständigkeiten und terminliche Situation für alle Maßnahmen sind konkret festzulegen (wer ist dafür beauftragt, zu welchem Termin oder wann im Bauablauf erfolgt die Montage)
  • SiGePlan Muster in Tabellenform als Plan
    Diese praxisbewährte Vorlage ist als Excel-Dokument an alle Bauvor­habensgrößen anpassbar und bietet den Vorteil einer Gesamtübersicht. Erfahrungsgemäß ist bei größeren Bauvorhaben ein Ausdruck in A0 zur besseren Lesbarkeit erforderlich. Das gesamte Tabellenblatt besteht aus einer Schriftart.

    Das Grundkonzept dieses SiGePlanes ist eine Matrixstruktur. Im linken Teil sind die einzelnen Leistungen mit den zugehörigen Gefahren, Sicherheitsmaßnahmen, Regelwerken, Planhinweisen und LV-Positionen aufgelistet, in der Mitte erfolgt die Zuordnung zu den einzelnen Gewerken bzw. Firmen, im rechten Teil erfolgt die terminliche Darstellung.

    Die Zuordnung zu den einzelnen Gewerken erfolgt mithilfe von Symbolen:

    …Dieses Unternehmen/Gewerk ist für die Herstellung bzw. Vorhaltung einer Sicherheitseinrichtung zuständig bzw. beauftragt. Wenn für eine Leistung bzw. Sicherheitsmaßnahme mehrere -Zeichen vorhanden sind, so ist unter LV-Pos. unbedingt zu beschreiben, wer für was zuständig ist (im Sinne der eindeutigen Zuordnung der Zuständigkeiten).

    …Es ist eine gefährliche Überschneidung der Arbeiten bzw. Arbeitsabläufe gegeben.

    …Diese Sicherheitsmaßnahmen stehen auch diesen Gewerken zur Verfügung bzw. können von diesen mitverwendet werden.

    > SigePlan-Muster in Tabellenform (XLS-Format)

    > SiGePlan-Muster in Tabellenform (PDF-Format)

    ZU BEACHTEN: Diese SiGePlan-Vorlage ist beispielhaft mit Begriffen und Gesetzeshinweisen aus Österreich (BauKG, BauV, ASchG) ausgefüllt und somit neben den baustellenspezifischen Gegebenheiten auch an die Gesetzgebung in Deutschland anzupassen!

  • Hilfen zur SiGePlan-Erstellung aus anderen Ländern des EU-Raumes
    Die Gesetzgebung in Deutschland und Österreich ist sehr ähnlich, auch in Liechtenstein gibt es ein BauKg ähnlich dem in Österreich. Unter Beachtung bzw. Anpassung an die länderspezifischen, gesetzlichen Anforderungen steht hier weiteres, ergänzendes Know-how zur Verfügung:

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Unterlage für spätere Arbeiten

Der Koordinator bzw. letzverantwortlich der Bauherr hat gemäß § 3  Abs. 1a und § 3 Abs. 2 Nr. 3 BaustellV bereits während der Planung der Ausführung eine Unterlage für spätere Arbeiten zusammenzustellen. Diese Bestimmung gilt für alle Projekte, wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber gleichzeitig oder nacheinander tätig werden (siehe Aktivitäten gem. BaustellV).

Die Unterlage ist in der Vorbereitungs- und in der Ausführungsphase zu berücksichtigen. Nach Beendinung der Bauarbeiten bzw. erfolgter Übergabe hat der Bauherr dafür zu sorgen, daß die Unterlage für die Dauer des Bestandes des Bauwerks in geeigneter Weise aufbewahrt und berücksichtigt wird. Wird das Bauwerk während der Ausführung oder nach Fertigstellung vom Bauherrn an eine andere natürliche oder juristische Person oder sonstige Gesellschaft mit Rechtspersönlichkeit übergeben, hat diese für die Aufbewahrung der Unterlage zu sorgen.

  • Gesetzlicher Mindestinhalt der Unterlage für spätere Arbeiten

Der Mindestinhalt der Unterlage für spätere Arbeiten ist in der Baustellenverordnung § 3 Abs. 2 Nr. 3. geregelt: “Während der Planung der Ausführung des Bauvorhabens hat der Koordinator eine Unterlage mit den erforderlichen, bei möglichen späteren Arbeiten an der baulichen Anlage zu berücksichtigenden Angaben zur Sicherheit und Gesundheitsschutz zusammenzustellen.”

Diese Definition ist in den “Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen Nr. 32″ – RAB 32 konkretisiert.

Eine Unterlage muss die erforderlichen, bei möglichen späteren Arbeiten an der baulichen Anlage zu berücksichtigenden Angaben zur Sicherheit und Gesundheitsschutz beinhalten. Die Unterlage muss die zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer bei späteren Arbeiten wie Nutzung, Wartung, Instandhaltung, Inspektion aber auch Umbauarbeiten oder Abbruch erforderlichen Angaben über die Merkmale des Bauwerks (wie Zugänge, Anschlagpunkte, Gerüstverankerungspunkte, Gas-, Wasser- und Stromleitungen) enthalten, die bei späteren Arbeiten zu berücksichtigen sind.

  • Aspekte und Hinweise zur Erstellung der Unterlage aus der Praxis

Der Mindestinhalt gemäß der BaustellV und den RAB 32 sind Grundvoraussetzung für eine rechtssichere Unterlage für spätere Arbeiten. Aus der Praxis haben sich insbesondere durch Rückmeldungen und Informationen von den Behörden und aufgrund der Rechtsprechung folgende wichtige Aspekte bzw. Hinweise für die Erstellung der Unterlage herauskristallisiert:

  • Die Unterlage sollte wirklich bei Beginn der Planungskoordination erstellt werden. Es ergeben sich meist wichtige hinweise für die Ausschreibung bzw. Vergabe (welche Sicherheitseinrichtungen am Dach sind erforderlich und müssen ausgeschrieben werden, ist dauerhaft eine Hebebühne für die späteren Arbeiten erforderlich, muss eine Befahranlage geplant und ausgeschrieben werden, usw.)
  • In Abstimmung mit dem Architekt und den Haustechnikplanern sind alle Sicherheitsmaßen insbesondere am Dach gleich zu Beginn der Planungsphase festzulegen und zu berücksichtigen. Manchmal wird der Platz auf Dächern durch Aufbauten und Haustechnikanlagen recht knapp und es müssen für Wartungsarbeiten Randbereiche betreten werden.
  • Bei der Planung der sicherheitstechnischen Einrichtungen am Dach sowie für Glas- und Fassadenreinigung sollten folgende Dokumente der BG Bau herangezogen bzw. berücksichtigt werden:

> Dächer –  Planung sicherheitstechnischer Einrichtungen (als PDF od. zum Bestellen)

> BGI 5164 – Planungsgrundlagen v. Anschlageinrichtungen auf Dächern (als PDF od. zum Bestellen)

> Glas und Fassadenreinigung (als PDF od. zum Bestellen)

>DIN 4426:2013-12 (Einrichtungen zur Instandhaltung baulicher Anlagen – Sicherheitstechnische Anforderungen an Arbeitsplätze und Verkehrswege – Planung und Ausführung)

  • Die Grenze zwischen sicherheitsrelevanten Unterlagen und sonstiger Baudokumentation (für spätere Arbeiten) ist schwer zu ziehen. Es ist daher ratsam, die Unterlage als zusammenführendes Dokument der gesamten Baudokumentation zu sehen. Dazu gehören dann jedenfalls auch alle Baupläne, Haustechnikpläne, statischen Unterlangen, Firmenlisten mit Ansprechpartnern, usw.
  • Alle Informationen zu den vorhandenen (eingebauten) Sicherheitseinrichtungen (Anschlagpunkte, Befahranlagen, usw.) mit den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen für die laufende Reinigung, Wartung und Instandhaltung, aber auch für absehbare (kurzfristige) Sanierungsarbeiten, sind in einem separaten Dokument bereitzustellen.
  • Ebenso sollten im Gebäude im Bereich von Gefahrenstellen, die laufend betreten werden müssen, entsprechende Hinweise angebracht werden (auch das muss in der Unterlage vermerkt sein).
  • Die Auflistung und Dokumentation aller laufenden und wiederkehrenden Prüfungen (z.B. auch für Anschlageinrichtungen) mit den entsprechenden Prüfintervallen und Sicherungsmaßnahmen sind ebenso Teil der Unterlage.
  • Firmenliste mit alle Herstellerfirmen, allen beauftragten Wartungs- bzw. Instandhaltungsfirmen und allen zuständigen Behörden.
  • Separater Plan aller sicherheitstechnischer Einrichtungen (Zustiege, Sicherungssystem am Dach, Fenster, für die eine Absturzsicherung zu Verwenden ist, usw.)
  • Eine Auflistung aller Sicherheitsmaßnahmen bei späteren Arbeiten im Sinne des ArbSchG §§ 5+6 (Beurteilung und Dokumentation). Dieser Sicherheitskatalog sollte insbesondere Arbeiten berücksichtigen, die in die Kategorie “Heimwerken” fallen und auch außerhalb von größeren Umbauarbeiten bzw. eines Neubaues vorkommen können. Eine Art “Reparaturanleitung mit Sicherheitshinweisen” für Tätigkeiten wie z.B.: Anstricharbeiten, Gerüst aufstellen und verwenden, Arbeiten mit einem Winkelschleifer, Boden verlegen, usw. Alternativ dazu ist auch ein Sicherheitshandbuch auf Basis der DGUV-Informationen möglich. Die einzelnen Dokumente sind im PDF Format downloadbar und können zu einem umfassenden Sicherheitskatalog zusammengestellt werden.
  • RAB 32 – Konkretisierung der Unterlage mit Mustervorlagen

Auf der Homepage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sind Informationen zur RAB 32 vefügbar bzw. kann diese dort downgeloadet werden

> RAB 32 auf der BAuA-Homepage

  • Praxiserprobtes Muster als MS-Word Dokument
    Diese praxisbewährte Vorlage ist als Word-Dokument an alle Bauvor­habensgrößen anpassbar. Dieses Dokument wurde auf Basis d. österreichischen Gesetzgebung erstellt und ist mit der deutschen Gesetzgebung abzugleichen.

> Muster einer Unterlage f. spätere Arbeiten (.docx-Format)

> Muster einer Unterlage f. spätere Arbeiten (PDF-Format)

  • Hilfen zur Erstellung der Unterlage aus anderen Ländern des EU-Raumes
    Die Gesetzgebung in Deutschland und Österreich ist sehr ähnlich, auch in Liechtenstein gibt es ein BauKg ähnlich dem in Österreich bzw. Deutschland. Unter Beachtung bzw. Anpassung an die länderspezifischen, gesetzlichen Anforderungen steht hier weiteres, ergänzendes Know-how zur Verfügung:

> Erstellungshilfe einer Unterlage für spätere Arbeiten (RTF-Format)

  • Liechtenstein: Offizielle Informationnseite zum BauKG der Landesverwaltung Fürstentum Liechtenstein:

> Baustellenkoordination


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